Wer sichere Schritte tun will, muss sie langsam tun

Dr. Andreas Kunde wusste seit Ende 2018, dass er etwas unternehmen muss.

Aufgrund einer angeborenen Hüftfehlentwicklung entwickelte sich seine Hüftarthrose in den Jahren 2016 bis 2018 rasant auf beiden Seiten. Der 68-jährige Facharzt für Psychosomatische Medizin aus Kassel konnte nur noch bis zu 100 Meter gehen. Ursache waren die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

„Je nach Tagesform habe ich auch einmal 60 Minuten langsames Spaziergehen geschafft, aber nur weil ich unter hoher Schmerzmedikation stand“, erklärt der Psychotherapeut Dr. Kunde. „Ohne meine Medikation hätte ich am Ende des Jahres 2018 nur noch 15 Meter humpeln können“. 

Trainingsparcours zur Reha nach einer Hüftendoprothese

Die Suche nach der richtigen Klinik

Ausgehend von dieser Diagnose machte er sich von Dezember 2018 bis Februar 2019 auf die Suche nach einer passenden Klinik und dem dazugehörigen operierenden Experten. Sein Weg führte nach Augsburg in das Hessing Zentrum für Endoprothetik, Fußchirurgie und Rheumaorthopädie unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Jan Tomas.

„Ich habe mich, nach mehrfachen und umfassenden Informationsbesuchen an Kliniken im Norden wie Süden von Deutschland für die Hessing Kliniken und Dr. Jan Tomas entschieden. Nicht nur seine unbestreitbare Kompetenz und die seiner Assistenz- und Oberärzte gab den Ausschlag, sondern auch seine natürliche, bodenständige und freundliche Art“, erinnert sich Dr. Kunde.

„Bereits im ersten Gespräch war klar, er beherrscht sein Handwerk und gab mir unmissverständlich zu verstehen, dass kein Weg an der Operation vorbeiführt, wenn ich meine Beschwerden dauerhaft bessern möchte“. 

Patient im Austausch mit Dr. Jan Tomas
Es wird Zeit für die Operation mit anschließender Rehabilitation

Am 28. März 2019 wurde Dr. Andreas Kunde von Dr. Tomas beidseitig, operativ mit je einer Hüft-Total-Endoprothese, einer sogenannten Hüft-TEP, versorgt. Die peridurale Anästhesie, eine Betäubungsart die durch das Rückenmark eingeleitet wird, übernahm Chefarzt Dr. med. Rainer Litz.

Bereits am ersten Tag nach der Operation stand der Psychotherapeut auf und begann mit seiner stationären Rehabilitation – ebenfalls an den Hessing Kliniken – in der dafür spezialisierten Abteilung.

Trotz simultaner beidseitiger Implantation konnte Herr Dr. Kunde beide Beine von Beginn an vollbelasten. In den ersten Tagen nach der Operation hatte er noch einen hohen Gehwagen als Hilfestellung, den er aber bald zur Seite stellen konnte. Bereits in der ersten Woche war auch freies Gehen auf Stationsebene möglich.

Hierbei profitierte Dr. Kunde wesentlich von der minimalinvasiven, muskelschonenden Operationsmethode und auch von seiner eigenen körperlichen Fitness. Während der Anschlussheilbehandlung unternahm er neben dem Physiotherapieprogramm auch selbständig schon längere Spaziergänge und Ausflüge.

Wieder Freude an Bewegung mit Hüftendoprothese

Es braucht neben der richtigen Diagnose auch ein exzellentes Team

„Die richtige Diagnose, ein exzellentes Ärzteteam, die Operation und Rehabilitation sind die wesentlichen Schritte in der Behandlung. Doch es sind auch die freundlichen und kompetenten Pflegekräfte und das Physiotherapie-Personal, die meine Genesung hier gesichert haben“, blickt Dr. Kunde zurück.

„Die Klinik und ihre faszinierende Geschichte wie Umgebung waren für mich persönlich großartig. Doch es kommt auch auf die eigene Vorbereitung an. Nur wenn Arzt, Pflege, Physiotherapie und Patient zusammenarbeiten gelingt es. Jeder hat seine Aufgabe in diesem Prozess und einer meiner persönlichen Leitsätze dieser Zeit stammt von Goethe: Wer sichere Schritte tun will, muss sie langsam tun.“

Zertifiziertes Zentrum

2013 als erstes Krankenhaus in Augsburg nach einem aufwändigen Verfahren zum Endoprothetikzentrum zertifiziert, wird hier nach höchsten Standards und Qualitätsvorgaben gearbeitet. Hat doch die Einrichtung von Endoprothetikzentren das Ziel, die Behandlungsqualität noch weiter zu verbessern und alljährlich zu überprüfen. Ausschließlich in zertifizierten Einrichtungen muss bei jeder Gelenkersatzoperation ein speziell ausgebildeter, orthopädischer Hauptoperateur anwesend sein, der über eine umfassende, jahrelange Erfahrung verfügt. Alle Abläufe und Arbeitsschritte werden penibel dokumentiert und optimiert, alle OP-Ergebnisse an das bundesweite Endoprothesenregister weitergegeben. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, die Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik und der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie überprüfen die Qualität und vergeben die Zertifikate.

Persönlicher Leitfaden von Dr. Andreas Kunde, Psychotherapeut und Psychotraumatologe aus Kassel

„Für Menschen, die ebenfalls mit der Diagnose für eine einseitige oder beidseitige Hüft-TEP konfrontiert sind, habe  ich eine Art Leitfaden entwickelt, der mir persönlich sowohl vor als auch nach der OP sehr geholfen hat“, erklärt Dr. Kunde.  

  • (1) Termin machen, hin fahren und Sachverhalt klären, ob überhaupt und welche OP sinvoll ist.
     
  • (2) Grundsätzlich sofort aber besonders, wenn die Beschwerden und Behinderungen zunehmen, unbedingt Ganzkörperdehnung beim Physiotherapeuten lernen und anwenden.
     
  • (3) So gut es geht beweglich bleiben und frühzeitig eine Schmerzmedikation beginnen, damit eine gewisse, noch mögliche Lebensqualität durch Bewegung, wieder erreichbar wird.
     
  • (4) Fahrradergometer-Training beim Physiotherapeuten, im Fitness-Center oder zu Hause, täglich 15-30 Minuten, beginnen.
     
  • (5) Spazierengehen – Bewegung und frische Luft wirken gegen die aufkommende depressive Stimmung.
     
  • (6) Regelmäßig zum Physiotherapeuten gehen.
     
  • (7) Körper-Eigengewicht-Training beginnen: mit 1-3 Kniebeugen beginnen, 2x täglich; Oberarmstützen an der Wand beginnen und so weit üben, dass evtl. auch mal eine Steigerung der Wiederholungen möglich wird, auch 2x täglich.

    Wer die Möglichkeit hat, besorgt sich einen „Bullworker X5“ für Männer oder Frauen, im Internet oder im Sport-Fachgeschäft und beginnt viele, kleine Übungen, nach beiliegender Anleitung, für Oberarme, Rücken, Bauch, Unter- und Oberschenkel sowie Unter- und Oberarme. Wichtig ist, mit ganz wenigen Wiederholungen zu beginnen. 1x drücken oder ziehen, reicht für den Anfang.

    Am besten vom Physiotherapeuten die Übungen zeigen lassen. Das Gerät ist relativ klein und nicht so schwer, er kann also auch z.B. in den Urlaub mitgenommen werden. Vergessen Sie aber nicht, die Übungsanleitung mitzunehmen.
  • (8) Es geht nur um Kräftigung und gleichzeitige Dehnung der Muskeln und nicht um Leistungssport. Ziel ist eine eigene, optimale Hüftarthrose-Begleit-Behandlung bzw. OP-Vorbereitung.
     
  • (9) Körpergewicht abnehmen. Jedes Kilo zählt. Weniger Kaffee, weniger Alkohol, weniger Zucker und viel mehr stilles Wasser trinken. Jede/r nach seinen/ihren Möglichkeiten. Machen Sie sich keinen Druck. Die kleinsten Veränderungen bringen Sie auf Ihren Weg.
     
  • (10) Sie wollen erfolgreich und gut vorbereitet in die anstehende Lebensverbesserung und erfolgreiche OP-Vorbereitung gehen? Dann formulieren Sie Ihren eigenen Motivationssatz. Sagen Sie ihn laut vor dem Spiegel und denken Sie täglich wiederholt, z.B. "Ich mache täglich mein Bewegungs- und Ernährungsprogramm und die OP wird ein voller Erfolg!" oder einen anderen eigenen Satz. Schreiben Sie ihn auf und hängen ihn überall auf, um ihn täglich laut und im Stillen zu wiederholen. Mein Satz war: "Ich werde bis zur OP fit sein und die OP und die Rehabiliation werden ein voller Erfolg."
     
  • (11) Drei Lebensweisheiten haben mir geholfen: „Wer sichere Schritte tun will, muss sie LANGSAM tun“ (Zitat von Goethe)
    Der Weg zu allem Großen geht durch die Stille“ (Zitat von Nietzsche)
    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen sondern eine WIRKLICHKEIT, die es zu erfahren gilt“ (Zitat von Buddha)
     
  • (12) Bauen Sie täglich eine Atem-Entspannungsübung ein. Pro Einheit 13 min – die kürzeste Entspannungsübung, die es auf dem Markt gibt und hoch wirksam.
     
  • (13) Ich stehe für Fragen rund um meine Therapie gerne zur Verfügung. Nehmen Sie hier Kontakt zu mir auf.
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