Da ein Großteil der Operationen von dorsal, also hinten, durchgeführt werden, gehen wir hier besonders darauf ein.
Nachdem Patientinnen und Patienten in Narkose versetzt wurden, werden sie auf dem Bauch gedreht und sehr gut gepolstert, um Druckstellen zu verhindern. Das Neuromonitoring wird angeschlossen, damit während der gesamten Skoliose-OP beobachtet werden kann, ob das Rückenmark weiterhin funktioniert. Anschließend wird die Wirbelsäule in dem Bereich, in dem sie begradigt werden soll, freigelegt. Zunächst werden die Gelenke und Bänder entfernt, damit die Wirbelsäule beweglicher wird. Anschießend werden Verankerungspunkte an den einzelnen Wirbeln gesetzt.
Meistens werden dazu Schrauben in die Wirbel (Pedikel) gedreht. Falls diese Wirbel zu klein für Schrauben sind, können auch Haken oder Bänder am Wirbelbogen angebracht werden. Anschließend werden zwei Stäbe aus Titan oder Cobaltchrom-Stahl in die Form gebogen, die die Wirbelsäule nach der Operation haben soll. Man muss eine genaue Vorstellung davon haben, wie viel Korrektur möglich ist und wie die Wirbelsäule am Ende der Operation aussehen soll, um die Stäbe richtig zu biegen. Anschließend werden die Wirbel mit den Schrauben an den Stäben ausgerichtet. Dafür gibt es eine Reihe verschiedener Techniken, die sich ständig weiterentwickeln. Auch haben die Schrauben einige High-Tech Funktionen, die verschiedene Korrektur-Manöver erlauben.
Nach der Korrektur wird nochmals die Nervenfunktion überprüft und die Lage der Schrauben sowie die Korrektur selbst mittels Röntgenbildern noch im OP-Saal kontrolliert. Zum Schluss wird Knochen angelagert, damit die Wirbel zusammenwachsen können. Ist der Rippenbuckel sehr groß, kann es sein, dass die Rippen durchtrennt werden, um ihn zusätzlich zu korrigieren.
Vor dem Wundverschluss werden noch ein bis zwei Schmerzkatheter im Wirbelkanal platziert, über die die nächsten Tage Schmerzmittel direkt ans Rückenmark appliziert werden. Am Ende wird ein Verband aufgelegt und die Patientinnen und Patienten werden behutsam ins Bett gelegt. Sobald die Personen aufwachen, wird nochmals kontrolliert, ob auch alles gut bewegt werden kann. Ist das der Fall, werden sie auf unsere Intensivstation gebracht, wo die Eltern, in der Regel, bereits warten.